Wolfgang von Goethe

 

 

Das Muss Mal Gesagt Werden

Author: Ingeborg Zoch, Weihnachten 1998

Source: Crossruffs Bridgeseite, Germany

Note: This is the first published poem, which Inge Zoch
signed with her complete name: Ingeborg instead of Inge
.

 

 

 

In unserem Club gibt es all Tage
Nur nette Leute. Ohne Frage.

Doch leider muss ich hier sagen,
Ich hörte auch so manche klagen,
Die Pünktlichkeit ist kein Problem.
Das ist sehr angenehm.

Man kommt sehr zeitig. Aber dann
Fängt der Lärm so langsam an.

Es wird geredet und geschattert.
So mancher fragt sich ganz verdattert:

Wo bin ich hier. Gebt endlich Ruh,
Und hält sich gleich die Ohren zu!
Ruft den Sportwart zum Turnierbeginn,
Hören viele gar nicht hin.

Spricht er dann noch ein paar Sätze,
Suchen die Letzten ihre Plätze.

Endlich is Ruh. All schauen in die Karten.
Nur einige sitzen da and warten ... und warten, und warten.

Wo Eile tut Not ...
Sie warten noch immer auf das erste Gebot!
Der Eröffner denkt lange and zeigt keine Hast.
Endlich greift er zur Box, zieht eine Karte - und passt!

Sein Partner hat auch alle Zeit dieser Welt,
Bis er seinen endgültigen Kontrakt erstellt!

Gespielt wir langsam und überlegt.
Bei den Gegnern sich Verzweiflung regt!
Diskussion am Ende. Dann fällt ihnen ein,
Das Aufschreiben muss auch noch sein.

Die Zeit, die diese Spieler sich genommen
Werden die anderen nicht bekommen.

Unfair ist es and ein bisschen gemein.
Haltet 7 Minuten pro Spiel doch ein!

Bei den Schnellspielern wird so laut geklönt,
Dass es aus allen Ecken tönt!
Eine Donnerstimme dazwischen brüllt:
- Ruhe bitte, es wird doch gespielt!

Eine Schreck-Sekunde ist alles still.
Dann redet jeder weiter wie er will.

Bei Fehlern man den Turnierleiter ruft,
Dann wird ermahnt oder zurückgestuft.
Trotzdem ist jeder freundlich and akzeptiert,
Auch wenn man es im Grunde nicht kapiert!

Beim Wechsel wollen viele nur einen Weg gehen
Am Tisch vorbei, wo die Bonbons stehen.

Andere wandern flink und gewandt
Mit der Kaffeetasse in der Hand
Durch das dichtetes Gedränge.
Passieren könnte da 'ne Menge.

Wenn sie endlich am Tische sitzten,
Hat nur die Untertassen Pfützen.

Ich staune immer and kann es kaum verstehen,
Das hier nicht grössere Pannen geschehen.

Nach dem Turnier machen alle klar Schiff.
Frau Ropers hat da alles im Griff.
Sie hat es jedem klar gemacht,
Das man im Club auch Pflichten hat.

Bittet Frau Schellbach einmal Aufgaben zu übernehmen,
Scheint das bei allen die Sprechmuskeln zu lähmen.
Beharrliches Schweigen. Keiner wagt sich zu melden.
Und wenn dann endlich .. sind es immer dieselben.

Am Computer sitzen derweil die Experten,
Die die Boardzettel auswerten.
Alle warten gespannt,
Dass die Ergebnisse bekannt.

Da gibt es Freude und manch langes Gesicht,
Denn oft erwartet man die Resultate nicht!!

Nun aber Schluss mit dem Meckern.

Es ist nicht böse gemeint.
Es hat sich nur gerade so gut gereimt!

Doch tut auch mancher was er kann,
Und schleppt leckeren Kuchen heran.

Erfreut auf der Weihnachtsfeier mit schönen Geschenken,
Manche allerdings ohne viel nachzudenken.

Ansonsten hegen und pflegen wir sie,
Mit wahrem Eifer die Harmonie.

Viele mühen sich, dass es so bleibt.
Bridge ist unser bester Zeitvertreib.

 

 

 

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