Wolfgang von Goethe

 

 

Wie man ein Bridgeclubhaus in kürzester Zeit
mit Lust und Freude mit kleinem Budget einrichtet.
(Pannen einbegriffen)

Author: Inge Zoch

Source: Crossruffs Bridgeseite, Germany

 

 

 

 

Der Montagabend nach dem Speil im Gildehaus.
Der fiel für uns, für viele, viele Wochen aus.

Kaum war die Rankingliste offenbar,
Man uns - erfreut oder ernüchtert - konferieren sah.

Haus Jänichen stand auf dem Stundenplan.
Und für das Unterfangen brauchte man
Elan und langen Atem - ohne Frage.
So ist’s geblieben bis zum heut’gen Tage.

Den Mietvertrag wir diskutieren Punkt für Punkt.
Er hat beschäftigt uns so manche Stund.

Da niemand von uns war versiert.
So was - wenn überhaupt - einmal im Leben nur passiert.

Suchen wir Rat beim Anwalt der Juristerei,
Der uns erklärt das Paragraphenvielerlei.

4 Wochen handelten wir -
... (lang, lang ist’s her),
Bis die Parteien fanden:
So ist der Vertrag jetzt fair.

Nichts war vergessen,
Alles gut durchdacht uns schien.
Tief Atem holen.
Und dann hab’n wir unterschrieb’n.

Doch nun begann das Planen in Detail.
Vorschläge jeder Art waren wohlfeil.
Wie schön jedoch. Der Vorstand stand nicht ganz allein.
Fundierte Hilfe wurd’ zuteil ihm im Verein.

Die nahm er auch sehr dankbar an,
Und eine turbulente Zeit begann.

Prioritäten galt es erst einmal zu setzen.
Was kam zuerst? Was stellt man hinten an am besten?
Der Heizungsanspruch stand im Vordergrund
Und hat beschäftigt uns so manche Stund.

Warm und gemütlich sollt’s ja sein,
So wie bisher die Stimmung im Verein.

Jetzt im Vertrag ist festgezurrt:
Es wird so warm, dass keiner murrt.

Punkt 2: Die Raumgestaltung ohne Frage
Hat uns nicht losgelassen bis zum heut’gen Tage.

Die Farbwahl für das grosse Haus:
Wer sucht was, wo und wann. Warum so aus?
Die Farbe Malve schien für us angenehm.
Wir hoffen, dass das alle hier so seh’n.

An dritter Stelle stand das Licht.
Beratung schien uns von besonderem Gewicht.
Kein Zugeständnis ohne Not!
Die Karten gut erkennen, das war oberstes Gebot.

Wenn ausserdem das Licht sich nicht geriert.
Die Falten gnädig retuschiert.

Das wäre der richtige Effekt.
Mal seh’n, ob Wunschtraum mit der Wirklichkeit sich deckt.

Und nun die Möbelfrage auf der Liste steht.
Ikea schien uns angemessen
Bei dem Budget. Das wir besessen
Mit Stift und Zollstock liefen wir unher zu fünft.

Da Konsens zu erzielen war schon schwer.

Für’s Clubhaus sollt’s sein das Allerbeste -
Zum kleinen Preis - nicht etwa doch das Allerletzte.
Der Rotstift hat begleitet uns auf diesem Gang.
Ist’s noch bezahlbar? Manchmal wurde uns Recht bang.

Birke-Furnier. Das fanden wir nicht schlecht.
Oder doch Buche? War auch recht.
Auch weisser Kunststoff hat so sein Pläsier.
Oder doch bunt? Heiss debattierten wir.

Da. Diese Uhr mit grossem Zifferblatt,
Damit auch jeder etwas davon hat.

Den Schreibtisch nicht so spiessig, bitte sehr.
Zum kleinen Preis und doch modernes Flair.

Die Beistelltische waren wichtig.
Doch welche Anzahl war nun richtig?

Ein Mitglied bat uns flehentlich
Und das mit Zahlen noch unterstrich:

Bitte, kauft nicht so wenig ein.
Die Abstellfläche früher. Die war viel zu klein.

Auch diesem Wunsch hab’n wir genügt.
Zum Dank hat sie ‘nen grossen Scheck verfügt.

Da diese Körbe für Bridge-Unterlagen,
Der Preis erzeugte richtig Wohlbehagen.
Die fanden wirklich alle schick.
Nicht immer hatten wir auf unserer Suche so viel Glück.

Als man dann diesen Part genüsslich abgehakt,
Man sich nun an die wunden Punkte wagt.

Wir strebten ins Gardinenhaus,
Und schon war aller Konsens aus.
Geblümt, gestreift, kariert. O je!
5 Meinungen. Das tat schon weh.

Zu unterschiedlich war der Farbgeschmack.
Wir überschlafen’s mal. Das machten wir dann ab.
Und siehe da. Wie war’n wir froh:
TT-Markt Ottensen hat’s passende Rollo:

Satin gestreift - in zartem Ton.
Für langes suchen dann der Lohn.

Wenn auch nicht jede Schraube sitzt in ihrem Loch,
Das können wir ja ändern - noch.

Nun war die Küche im Visier.
Form und Gestalt? Da debattieren wir.
Zweckdienlich sollt’ sie sein. Das war ja klar.
Und auch die Augen mussten sagen ja.

Ein kleiner Preis. Das war, wie alle wissen, die Devise.
Die Firma Dreyer bot uns all das inklusive.
Birke-Dekor: gesehen und bestellt.
Wir hoffen, das sie euch gefällt.

Und als auch hier der Konsens war gegeben.
Ging’s ran an Küches Innenleben:
Gläser für Wasser, Wein, für Bier und Sekt.
Dünnwänding soll’n sie sein, damit’s draus schmeckt.

Und auch die Kaffeetassen möglichst zart und fein
Wünschten sich alle Damen im Verein.
Den Herren war das sehr suspekt.
Aus Steingut, meint man. S’ besser schmeckt.

Der Kompromiss, so hoffen wir,
Gefällt euch allen heut und hier.
Und auch die Löffel. Chippendale statt Spaten
Ist, was die Meisten, denken wir, erwarten.

Die Spieltische, Buche natur.
Quadratisch gut, praktisch pur.

Und der Stuhl ‘Clara’ stand bereit
Fürs Probesitzen einige Zeit.
Das haben wir auch wahrgenommen.
Er ist dann ziemlich spät gekommen.

Atmungsaktiv, in Terracotta matt.
Für gutes Sitzen Trost ...

Wenn man so richtig schlechte Karten hat.

Bei Miniröcken nicht ideal.
Doch diese Art Gardrobe wär ein Einzelfall.
60 Besucher dürfen ihren Stuhl sogar vererben.
Und auch in Zukunft darf man weiterhin das gute Stück erwerben.

Auch Aussenleuchten mussten selbst wir kaufen.
O je. Danach sind wir ziemlich viel gelaufen.

Ihr wisst ja schon. Preiswert und exzellent.
Das führt nicht jedes Haus in seinem Sortiment.
Da ... Marktkauf hat sie. Uns es eilt.
Frau Jähnichen hat aber Milchglas angepeilt.

Zurück und Tauschen. Ja. Da kannten wir uns aus!

Zum Einzug alles schaffen?
Das schloss mittlerweile jeder aus.

Die Damenklos war’n was für Springer.
Der Hochsitz macht den Preis jedoch noch schlimmer.

Prompt ganz zum Schluss fiel uns noch ein:
Wir mussten auch versichert sein.
Das Angebot erschlug uns fast.
Wer nun in unser Raster passt?

Iduna. Provinzial. Hanse Merkur.
Karlsruher. Allianz. Was nimmt man nur?

Was rät die Stiftung Warentest?
Nun, irgendwann stand auch das fest.
So ging dann alles seinen Gang.
Zum Schluss lagen die Nerven blank.

Nun sind wir schliesslich einkegehrt.
Die Mühen haben sich im nachhinein verklärt.
Man sieh uns nach. Wenn noch nicht alles funktioniert.
Im Lauf der Zeit wird sicher einiges nachjustiert.

 

Möge der Start uns gut gelingen.
Möge das Clubhaus Segen bringen.

Gelingen aber kann’s nur dann,
Wenn sich verantwortlich fühlt jedemann
.


 

 

 

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